Andreas Stoch zum Informationsaustausch im Jobcenter Heidenheim

Veröffentlicht am 26.04.2019 in Wahlkreis
 

Andreas Stoch und Jobcenterleiter Albert Köble im Austausch

Der Heidenheimer SPD-Landtagsabgeordnete und Chef von Landtagsfraktion und Landespartei, Andreas Stoch, informierte sich beim Leiter des Heidenheimer Jobcenters Albert Köble über die aktuelle Situation im Kreis Heidenheim. Die Zahl der versicherungspflichtig Beschäftigten steige stetig, berichtet Köble dem Abgeordneten. Doch trotz dieser sehr guten Arbeitsmarktsituation spiele das Thema verfestigte Arbeitslosigkeit strukturbedingt im Kreis nach wie vor eine besondere Rolle.

Sehr positiv sieht Köble deswegen das neue Teilhabechancengesetz, mit dem das Bundesministerium für Arbeit und Soziales zwei neue Fördermöglichkeiten für die Integration von Langzeitarbeitslosen in den Arbeitsmarkt geschaffen hat. Interesse dafür sei bei den Arbeitgebern im Kreis durchaus vorhanden, aber die Besetzung der Arbeitsplätze gestalte sich trotzdem schwierig. Denn gerade in der freien Wirtschaft können damit meist keine offenen Stellen besetzt, sondern müssten zusätzliche Stellen für die Betroffenen geschaffen werden. Im sozialen Arbeitsmarkt seien so aber bereits 30 Arbeitsaufnahmen realisiert worden. Auch viele so genannte Ergänzer gehören zu den derzeit 2.769 Langzeitbeziehern von SGB II im Kreis, die nur geringfügig beschäftigt sind oder deren sozialversicherungspflichtiges Einkommen nicht für den Unterhalt der Familie ausreicht. Sechzig Prozent davon seien ungelernte Kräfte, weswegen das Jobcenter verstärkt auf Qualifizierungsmaßnahmen setzt.

Besonderes Interesse zeigt Stoch an der Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt vor Ort. Hier sei noch viel Luft nach oben, erklärt der Jobcenterleiter. Von ca. 1.000 Geflüchteten im Kreis sind 490 Langzeitleistungsbezieher. Obwohl hier eine große Motivation spürbar sei, blieben Sprachprobleme das größte Handicap bei der Jobvermittlung. Stoch, der als Kultusminister die Sprachförderung für Flüchtlinge besonders in den beruflichen Schulen ausgebaut hatte, hält eine weitere Verstärkung der Sprachförderung auch für ältere Erwachsene für unerlässlich. Zu den beruflichen Schulen pflege das Jobcenter einen intensiven Kontakt mit regelmäßigen Führungskräftetreffen. Das Jobcenter betreue zwar erst Jugendliche ab 15 Jahren, doch durch die Betreuung der Eltern habe man auch einen Einblick in die Situation der gesamten Familien und arbeite eng mit dem Jugendamt und den Netzwerkpartnern im Umfeld der Schulen zusammen.

Einig sind sich Stoch und Köble, dass die frühkindliche Bildung essentiell für die weitere schulische und berufliche Entwicklung ist. Viele Eltern, die SGB II-Leistungen beziehen, geben ihre Kinder nicht in die Kita, weil sie ohnehin zu Hause seien. Aber gerade für diese Kinder wäre der Besuch einer Kita wichtig. Hier plädiert Stoch für die Gebührenfreiheit und den weiteren Ausbau der Kitaplätze. Köble unterstreicht ebenfalls, wie wichtig es sei, dass diese Kinder ein anderes Umfeld außerhalb der Familie kennen lernen. Schade findet er, dass nur 10 bis 15 Prozent der berechtigten Familien die ihnen zustehenden Teilhabeleistungen von 120 Euro pro Kind und Jahr in Anspruch nehmen. Hier setze man verstärkt auf Beratung, insbesondere durch Lehrer und Schulsozialarbeiter. Stoch sieht hier die Ganztagsschulen und ihre Kooperation mit Vereinen und Musikschulen als gute Chance, Kindern erweiterte soziale Kontakte zu ermöglichen, die ihnen vom Elternhaus nicht geboten werden.

Auch Zeitarbeit sei laut Köble immer noch ein Thema auf dem hiesigen Arbeitsmarkt. Ca. 50 Prozent der Arbeitsvermittlungen des Jobcenters gehen an Zeitarbeitsfirmen, wobei die Beschäftigtenzahlen insgesamt in dieser Branche rückläufig sind. Abschließend fragt Stoch, ob das Jobcenter den in den Medien thematisierten wirtschaftlichen Abschwung bereits spüre. Köble sieht dafür keine wesentlichen Anzeichen. Allerdings glaubt er, dass zukünftig die Vermittlung von Langzeitarbeitslosen immer anspruchsvoller werde. Wichtig sei vor allem der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, wenn sich im Kreis weitere Unternehmen ansiedeln. Für 2019 habe sich das Jobcenter hohe Ziele gesteckt, doch macht sich auch hier der Fachkräftemangel bemerkbar. Der öffentliche Dienst müsse wieder attraktiver werden, stimmte auch Stoch zu, der mit seiner Landtagsfraktion diesbezüglich eine Initiative plant.

 

Homepage Andreas Stoch

Unsere Facebook-Seite

Welche Partei vertritt deine Meinung am ehesten?

Umfrageübersicht

Für Sie im Bundestag: Dr. Johannes Fechner

 

 

Sei dabei!

News

05.08.2021 06:24 SPD-KAMPAGNENPREMIERE – SCHOLZ PACKT DAS AN
Die SPD gibt den Startschuss für die heiße Wahlkampfphase. In einem Berliner Kino hat Generalsekretär Lars Klingbeil die Kampagne vorgestellt. Im Mittelpunkt die Botschaft: „Scholz packt das an.“ Es gehe um eine echte „Kanzlerwahl“ betonte Klingbeil am Mittwoch vor Hauptstadtjournalisten im Berliner Kino Delphi Lux. Denn zum ersten Mal in der Geschichte des Landes tritt

05.08.2021 04:24 Wiese/Rix zum Kabinettsbeschluss Bericht über Extremismusprävention
Mit einem Demokratiefördergesetz könnte es noch besser sein Das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ wirkt. Es ist eine tragende Säule der Präventionsarbeit. Zu dem Ergebnis kommt der „Zweite Bericht über Arbeit und Wirksamkeit der Bundesprogramme zur Extremismusprävention“. Dauerhaft gestärkt würde dieser positive Trend mit dem Demokratiefördergesetz. Das Gesetz konnten wir in dieser Legislaturperiode mit CDU/CSU nicht verwirklichen,

02.08.2021 12:07 SCHOLZ: CORONA-HILFEN VERLÄNGERN
SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz will die Regelungen für Kurzarbeit und Überbrückungshilfe verlängern. Denn: „Niemand soll kurz vor der Rettung ins Straucheln geraten.“ Finanzminister Olaf Scholz macht sich für eine Verlängerung der Corona-Hilfen stark – bis mindestens zum Jahresende. Sowohl die verbesserten Regelungen für das Kurzarbeitergeld als auch die Wirtschaftshilfen sind bislang befristet bis Ende September. Die

01.08.2021 12:09 KURZARBEIT WIRKT – SCHWUNG AM ARBEITSMARKT
Die Kurzarbeit sichert Millionen Jobs. Das belegen aktuell auch außergewöhnlich gute Zahlen vom Arbeitsmarkt. Die Arbeitsmarktpolitik der SPD wirkt. Die Arbeitslosenquote sinkt und die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist inzwischen wieder so hoch wie vor der Krise. Ein wesentlicher Grund dürfte das Kurzarbeitergeld sein, das Arbeitsminister Hubertus Heil passgenau erweitert hatte. Schon Kanzlerkandidat Olaf Scholz

28.07.2021 18:55 Bevölkerungsschutz vorantreiben und Katastrophe kritisch aufarbeiten
Nach der großen Hochwasser-Katastrophe mit über 170 Toten, vielen Hundert Verletzten und Milliardenschäden müssen wir unser Katastrophenschutzsystem auf den Prüfstand stellen und modernisieren. „Der Innenausschuss des Deutschen Bundestages hat in seiner Sondersitzung den Auftakt der parlamentarischen Aufarbeitung dieser Jahrhundertkatastrophe gemacht. Alle staatlichen Ebenen müssen sich nun selbstkritisch hinterfragen. In Abstimmung mit den Bundesländern müssen Veränderungen

Ein Service von info.websozis.de

Counter

Besucher:52910
Heute:53
Online:7

Zeig die Seite deinen Freunden!